Immer wieder hört man langjährige Vereinsmitglieder von den Etappenfahrten vergangener Tage schwärmen. Die Fahrt nach Paris zum Start der Tour de France, eine Tour zum Genfer See oder Touren nach Meran sind vielen der damaligen Teilnehmer noch gut in Erinnerung geblieben.

Besonders wichtig auf solchen Etappenfahrten war neben der Organisation der Begleitung natürlich auch die Streckenplanung. Was sich heute dank Google Maps, Komoot und anderen Planungstools bequem vom Schreibtisch aus erledigen lässt, erforderte damals bedeutend mehr Aufwand. An Hand des Tourenbuchs der Fahrt vom Genfer See wird schnell deutlich, welcher Aufwand damals hinter der Planung steckte:

Zunächst einmal wurde mittels analoger Karten und Atlanten eine grobe Streckenplanung vorgenommen die in weiteren Planungen dann immer detaillierter und genauer geplant wurde. Aber egal wie gut die Kartendaten auch waren: die wirklichen Begebenheiten vor Ort wie zum Beispiel der Straßenbelag, Vollsperrungen auf Grund von Langzeitbaustellen, etc. ließen sich darüber natürlich nicht ausschließen.
Deshalb wurde die Strecke kurz vor der eigentlichen Tour mit dem Auto abgefahren. Komplett. Von Breinig bis zum Ziel.

Dabei wurde an jeder Abzweigung kurz angehalten und die gefahrenen Tageskilometer, Straßenschilder sowie geographische Besonderheiten und die Fahrtrichtung notiert. Und auch die die Höhenmeterangaben durften natürlich nicht fehlen. Für eine über 600 Kilometer lange Etappenfahrt dauerte die Kontrollfahrt mit dem Auto natürlich einige Stunden und konzentriertes Arbeiten.

Wieder zurück in Breinig wurde aus den gesammelten Informationen dann das 21x11cm große Tourenbuch erstellt. In den ersten Jahren noch handschriftlich, später dann mit Schreibmaschine bzw. mit Computern.

tourbuch_genfer_see

Aber nicht nur Infos zur Streckenführung finden sich in den Tourenbüchern von damals wieder: Direkt auf der zweiten Seite werden die Teilnehmer:innen, die Begleiter:innen und die Organisatoren aufgelistet.

Die gesamte Arbeitszeit, von der Planung bis zur fertigen Version des Tourbuchs, dürfte bestimmt bei 20-30 Stunden gelegen haben.
Dafür dient es aber noch bis heute als Erinnerung für viele schöne, gemeinsame Stunden.

Heute lässt sich das mittels moderner Planungstools natürlich deutlich schneller lösen. Für die nachfolgende Streckenplanung mit Komoot waren keine 10 Minuten Arbeitszeit notwendig.

Aber auch, wenn hier sogar Baustellen und der zu erwartende Straßenbelag angegeben werden: eine Sicherheit, wie bei der herkömmlichen Tourenplanung von früher, gibt es nicht. Und (fast) jeder von uns hat sich sicher schon mal die Frage gestellt: „Und DAS nennt Komoot einen Weg?“

Vielen Dank an Manni Conrads für die Bereitstellung des Tourbuchs.

Abschließend noch ein paar Fotoimpressionen von der damaligen Tour: