Nach der erfolgreichen ersten Teilnahme beim Bahntag 2019 beim befreundeten Verein des Cycling Club Düsseldorff (kurz: CCD) haben wir in diesem Jahr mit zwei Mitgliedern des RC-Dorff erneut teilgenommen. Wie im letzten Jahr stand auch beim Bahntag 2020 wieder die Radrennbahn für ein Zeitfenster von 3h (14:00 – 17:00 Uhr) exklusiv gebucht für die Teilnehmer zur Verfügung. Der CCD hatte die Teilnehmerzahl nach den guten Erfahrungen vom Vorjahr auch in 2020 wieder auf 45 Teilnehmer begrenzt. Am 26.01.2020 fanden sich somit alle gemeldeten Teilnehmer (krankheitsbedingt leider beim RC-Dorff nur zwei der drei gemeldeten Personen) auf der Radrennbahn gegen 14:00 Uhr ein.

Der erste Step war hierbei nach der Begrüßung und Anmeldung bei den Vorstandsmitgliedern des CCD der Gang in den Umkleidungsbereich wo sich ebenfalls die Bahnrad-Ausgabe der Leihräder befindet. Nach kurzer Musterung wurde uns direkt ein passgenaues Bahnrad zugeteilt und mit den mitgebrachten eigenen Pedalen versehen. Damit ausgerüstet konnte es dann nach kurzem Aufenthalt in der Umkleide mit den Hallenturnschuhen und den Radschuhen in der einen Hand und dem Leihrad in der Anderen Richtung Bahn-Innenbereich weitergehen. Dort angekommen ging es zeitnah mit der Einteilung der Gruppen weiter.  Da erfreulicherweise die Teilnehmerzahl im Vergleich zum Vorjahr noch einmal deutlich erhöht war, erfolgte die  Eingruppierung nach “Radrennbahn-Neulingen” und Fortgeschrittenen (bereits 1-x mal auf einer Radrennbahn gefahren). Dies war sicher für beide Gruppen von Vorteil, da die fortgeschrittenen bereits langsam einrollend und sich an die Bahnräder gewöhnend loslegen konnten, während die “Neulinge” erst einmal die Grundlagen des Bahnradsports vermittelt bekamen.

Und dies ist nicht ganz ohne, da ein Bahnrad weder Bremsen noch einen Rücktritt hat. Für alle die bereits ein Fixie gewöhnt sind, ist der Umstieg etwas einfacher, aber von einem Rennrad mit bis zu 2×12/3×12 auf ein Einfach-Übersetzung ohne Umschalter zu wechseln ist eine erste Umgewöhnung. Wenn man danach noch feststellt, dass das Bahnrad nur eine Richtung kennt -nach vorne- freut man sich über jede vorherige Theorie-Einheit. Ein Bahnrad ohne Rücktritt anzufahren und dabei auch noch den zweiten Schuh ins Pedal zu klicken will gelernt sein genauso wie die Erfahrung, dass die Beine dabei -auch bei langsamer Fahrt- nie zur ruhe kommen. Da dem Bahnrad der Leerlauf fehlt werden die Beine automatisch immer weiter im Tempo der Fahrgeschwindigkeit und der Abhängigkeit der Übersetzung vorangetrieben. Auch ein “Rücktritt” ist nicht empfehlenswert, da dieser nicht den bekannten schnellen Bremsvorgang einleitet sondern vielmehr nur eine dosierte  Verzögerung des Bahnrades beim Ausrollen (Achtung: die Beine werden weiterhin vorangetrieben bis zum Stillstand) ermöglicht um den Bremsvorgang insgesamt zu beschleunigen. Ebenfalls zu bedenken ist, dass dem Bahnrad Bremsen am Lenker unbekannt sind und fehlen.

Bahnrad-Räder: ohne Bremsen und Schaltung; Foto: Michael Luxen
Vorne groß und hinten klein; Foto: Michael Luxen

Mit all diesen neuen Eindrücken muss der Bahnrad-Anfänger dann seinen ganzen Mut zusammen nehmen und durfte die ersten Runden auf der sogenannten “Côte d’Azur”, der blauen Innenbahn ohne Steigung, langsam beginnend drehen. Je nach Geschicklichkeit und Mut dauerte dies bei den Teilnehmern unterschiedlich lange, am Ende sind aber die Meisten mit Geschwindigkeiten oberhalb von 34km/h in die Kurven gefahren. Bei der Bahn in Kaarst-Büttgen handelt es sich um eine vollständig überdachte ungeheizte Indoor-Radrennbahn mit 250m Länge und einer Kuvensteilheit von max. 45 Grad.

Während die “Neulinge” sich langsam immer mehr zutrauten und an das Erlebnis Bahnsport gewöhnten fuhren die Fortgeschrittenen auf den höher gelegen Bereichen (rote und blaue Markierungen) um ausreichend Platz und Abstand zu gewähren und somit auch mögliche Kollisionen zu verhindern. Dabei wurde auch oftmals im 2er, 3er, 4er, … Zug gefahren, der selbst auf einer Indoorbahn ohne Gegenwind angenehme Auswirkungen hatte. Denn wer erholt sich nicht einmal gerne im Windschatten des Vordermannes und genießt das “Lutschen” zur Pulssenkung bis der nächste Mal aus dem Windschatten gehen angesagt ist. Die Handzeichen für die entsprechenden Wechsel waren bereits nach kurzer Zeit auch den “Anfängern” geläufig, sodass die Anzahl an Mehrpersonen-Zügen immer häufiger zu sehen war.

Bahn-Radsport in der Wintersaison ist immer wieder eine willkommene Abwechslung, sodass wir auch im nächsten Jahr gerne wieder den Bahntag 2021 des CCD bereichern wollen! (ml)